Tankkarte für LKW: Anbieter, Kosten und Rabatte im Vergleich
Diesel ist für die meisten Speditionen der größte variable Kostenblock, oft 25 bis 30 Prozent der Gesamtkosten pro Fahrzeug. Wer 40.000 Liter im Jahr pro LKW tankt, spart bei zwei Cent Rabatt pro Liter bereits 800 Euro. Bei zehn Fahrzeugen sind das 8.000 Euro, ohne dass sich am Fahrbetrieb irgendetwas ändert.
Genau deshalb gehört die Tankkarte in jeden Fuhrpark. Nur: Die meisten Vergleichsseiten im Netz richten sich an PKW-Flotten und Außendienstmitarbeiter. Für einen 40-Tonner gelten andere Maßstäbe. Es zählt nicht die Zahl der Tankstellen in der Innenstadt, sondern das Netz entlang der Autobahnen, die Maut-Abwicklung und die Rückerstattung ausländischer Steuern.
Diese Seite vergleicht Tankkarten aus genau dieser Perspektive.
Das Wichtigste in Kürze
-
Eine Tankkarte ersetzt Bargeld und Belegsammeln: Sie tanken bargeldlos, der Anbieter stellt eine Sammelrechnung.
-
Für LKW zählt vor allem das Netz an Autobahntankstellen und Autohöfen – nicht die reine Gesamtzahl der Akzeptanzstellen.
-
Viele Anbieter wickeln zusätzlich Maut, Tunnel- und Fährgebühren ab.
-
Der größte Kostenhebel im internationalen Verkehr ist nicht der Literrabatt, sondern die Rückerstattung ausländischer Mehrwert- und Mineralölsteuer.
-
Werbeversprechen wie „bis zu X Cent Rabatt“ gelten meist nur an Stammtankstellen. Entscheidend ist, worauf sich der Rabatt bezieht.
Was ist eine Tankkarte für LKW?
Eine Tankkarte ist eine Karte, mit der Ihre Fahrer bargeldlos tanken. Anders als eine Kreditkarte ist sie auf fahrzeugbezogene Leistungen beschränkt: Diesel, AdBlue, Schmierstoffe, Wäsche, je nach Anbieter auch Maut, Reparaturen und Parken.
Der Ablauf ist immer gleich: Der Fahrer legt die Karte an der Kasse vor, gibt seine PIN und meist den Kilometerstand ein. Die Transaktion läuft direkt auf das Firmenkonto. Sie erhalten eine Sammelrechnung – üblicherweise 14-tägig oder monatlich – und damit alle Tankvorgänge in einem einzigen, buchhalterisch sauberen Beleg.
-
Kein Belegchaos mehr. Keine zerknitterten Quittungen aus der Fahrerkabine, keine manuelle Erfassung.
-
Kostenkontrolle pro Fahrzeug und Fahrer. Sie sehen, wer wo wie viel getankt hat, und erkennen Auffälligkeiten sofort.
-
Missbrauchsschutz. Karten lassen sich auf Kraftstoffarten, Tageslimits, Literlimits, Wochentage und Länder beschränken.

Für wen lohnt sich eine LKW-Tankkarte?
Einzelunternehmer und Kleinstflotten (1–3 Fahrzeuge)
Hier steht der Verwaltungsvorteil im Vordergrund. Große Rabatte sind bei geringer Abnahmemenge kaum zu verhandeln. Achten Sie auf gebührenfreie oder günstige Karten und darauf, ob eine Kaution oder Vorauszahlung verlangt wird – das ist bei jungen Unternehmen ohne Bonitätshistorie die Regel.
Mittlere Fuhrparks (4–20 Fahrzeuge)
Ab dieser Größe wird der Literrabatt zum Thema, und Sie haben Verhandlungsspielraum. Es lohnt sich, zwei Anbieter parallel anzufragen und die Angebote gegeneinander zu stellen.
Größere Speditionen (20+ Fahrzeuge)
Hier zählen Konditionen, die auf Standardpreislisten gar nicht auftauchen: individuelle Rabattstaffeln, Zahlungsziele, Kreditrahmen, Schnittstellen zur eigenen Fuhrparksoftware und ein fester Ansprechpartner. Verhandeln Sie jährlich neu.
Internationaler Verkehr
Wer regelmäßig ins Ausland fährt, sollte die Karte nicht nach dem Literrabatt auswählen, sondern nach Netzabdeckung in den Zielländern, Maut-Abwicklung und Steuerrückerstattung. Der Rabatt ist hier der kleinste Posten.
Die acht Kriterien, auf die es bei LKW wirklich ankommt
Netzabdeckung entlang der Autobahnen
Markenübergreifend oder markengebunden
Maut-Abwicklung
Rückerstattung von MwSt. und Mineralölsteuer
Gebührenstruktur
Zahlungsziel und Kreditrahmen
Sicherheit und Verwaltung
Ladeinfrastruktur für E-LKW
LKW-Tankkarten im Vergleich
| Anbieter | Netz Deutschland | Netz Europa | Maut | Steuerrückerstattung | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|---|
| DKV Mobility | markenübergreifend, nahezu flächendeckend | ca. 64.000–73.000 Stationen | Jazahlreiche Länder | Ja | Größtes markenübergreifendes Netz, starker Fokus auf das Transportgewerbe |
| UTA | markenübergreifend, nahezu flächendeckend | ca. 63.000–68.000 Stationen | Jazahlreiche Länder | Ja | Transparente Tariflisten, breites Angebot an Zusatzservices |
| Shell / euroShell | Shell-Netz plus Partnerstationen | ca. 26.000 Stationen | Ja | Ja | Dichtes Autobahnnetz, eigene Truck-Stationen mit Hochleistungszapfsäulen |
| Esso Card | nationale und europäische Variante getrennt wählbar | je nach Kartenvariante | Ja | Ja | Wahl zwischen rein nationaler und europaweiter Karte |
| Aral / bp | ca. 2.400 Stationen | über das bp-Netz | eingeschränkt | auf Anfrage | Sehr dichtes Autobahnnetz in Deutschland, markengebunden |
| Circle K / TOTAL | ca. 5.000 Stationen inkl. Partner | auf Anfrage | auf Anfrage | auf Anfrage | Inklusive Aral-, AVIA- und vieler freier Tankstellen |
| Eurowag | Partnernetz | Schwerpunkt Mittel- und Osteuropa | Jaausgeprägter Mautfokus | Ja | Interessant für Verkehre nach Mittel- und Osteuropa |
| E100 | Partnernetz | Schwerpunkt Osteuropa | Ja | Ja | Nischenanbieter für Ost-Relationen |
Rabatte richtig lesen
„Bis zu 5 Cent pro Liter“ klingt gut, sagt aber für sich genommen nichts aus. Drei Fragen entscheiden, was davon bei Ihnen ankommt:
Worauf bezieht sich der Rabatt?
Auf den Listenpreis oder auf den Stationspreis? Ein Rabatt auf einen ohnehin überhöhten Listenpreis ist wertlos. Lassen Sie sich die Referenz schriftlich geben.
Gilt er überall oder nur an Stammtankstellen?
Die höchsten beworbenen Rabatte gelten fast immer nur an vertraglich festgelegten Stationen. Wenn Ihre Touren nicht regelmäßig dort vorbeiführen, bekommen Sie den Standardsatz.
Was bleibt nach Gebühren übrig?
Eine Servicegebühr von einem Prozent auf den Kraftstoffumsatz frisst bei einem Dieselpreis von 1,60 Euro rund 1,6 Cent pro Liter – also einen großen Teil des Rabatts. Rechnen Sie immer netto. Faustregel: Vergleichen Sie nicht Rabatte, sondern den effektiven Preis pro Liter nach allen Gebühren, hochgerechnet auf Ihr Jahresvolumen.
Maut über die Tankkarte abrechnen
Wer europaweit fährt, jongliert schnell mit einem halben Dutzend Mautsystemen: Toll Collect in Deutschland, GO-Box in Österreich, die schweizerische LSVA, Télépéage in Frankreich, Viapass in Belgien, e-TOLL in Polen. Jedes mit eigener Anmeldung, eigener Abrechnung, eigenem Portal.
Tankkartenanbieter bündeln das. Sie erhalten Maut und Kraftstoff auf einer Rechnung, mit einer Ansprechperson und einem Datenexport für die Buchhaltung. Dafür fällt in der Regel eine Provision auf den Mautbetrag an.
Ob sich das lohnt, hängt an Ihrem Volumen: Bei wenigen Auslandsfahrten überwiegt der Verwaltungsvorteil. Bei hohem, gleichmäßigem Mautaufkommen in wenigen Ländern kann eine direkte Registrierung günstiger sein.

Mehrwertsteuer und Mineralölsteuer zurückholen
Tanken Sie in Frankreich, Belgien, Italien, Spanien, Slowenien oder Ungarn, zahlen Sie dort die nationale Mehrwertsteuer mit. Als deutsches Unternehmen können Sie sich diese erstatten lassen. Einige Länder erstatten zusätzlich Teile der Mineralölsteuer für gewerbliche Fahrzeuge ab einem bestimmten Gesamtgewicht.
Die Beträge sind erheblich. Bei 20 Prozent Mehrwertsteuer und 30.000 Litern Auslandsdiesel im Jahr geht es um einen fünfstelligen Betrag – deutlich mehr, als jeder Literrabatt einbringt.
Die Anträge sind allerdings formal aufwendig und fristgebunden. Die großen Tankkartenanbieter übernehmen das Verfahren gegen eine Erfolgsprovision. Wenn Sie nennenswerte Auslandsmengen tanken, sollte dieser Punkt in der Anbieterauswahl schwerer wiegen als der Rabatt.
So beantragen Sie eine Tankkarte
- Bedarf ermitteln. Anzahl Fahrzeuge, Liter pro Monat, Hauptrelationen, Auslandsanteil, gewünschte Zusatzleistungen.
- Zwei bis drei Anbieter anfragen. Immer parallel – Konditionen sind verhandelbar und Anbieter reagieren auf Wettbewerb.
- Angebote vergleichen. Nicht nach Rabatt, sondern nach effektivem Literpreis inklusive aller Gebühren.
- Bonitätsprüfung. Der Anbieter prüft Ihr Unternehmen. Bei Neugründungen oder schwacher Bonität wird häufig eine Kaution oder ein niedriger Kreditrahmen verlangt.
- Vertrag und Kartenausgabe. Meist wenige Werktage. Karten werden fahrzeug- oder fahrerbezogen ausgegeben.
- Limits einrichten. Vor der ersten Nutzung Kraftstoffarten, Limits und Länderfreigaben im Portal setzen.
Häufige Fehler bei der Auswahl
- Nur auf den Rabatt schauen. Gebühren und Netzqualität entscheiden über die tatsächliche Ersparnis.
- Netzgröße statt Netzlage bewerten. Zehntausend Stationen helfen nicht, wenn keine an Ihrer Hauptrelation liegt.
- Steuerrückerstattung ignorieren. Bei Auslandsverkehr der mit Abstand größte Hebel.
- Keine Limits setzen. Eine Karte ohne Limits ist eine offene Rechnung.
- Nie nachverhandeln. Konditionen sind keine Naturkonstante. Wenn Ihr Volumen wächst, sollte der Rabatt mitwachsen.
Tankkarten-Rechner für LKW
Tragen Sie Ihre Eckdaten ein und sehen Sie sofort, was eine Tankkarte pro Jahr bringt. Alle Werte lassen sich anpassen.
- Jahresverbrauch
- –
- Kraftstoffkosten ohne Karte
- –
- Ersparnis durch Literrabatt
- –
- MwSt.-Erstattung Ausland
- –
- Kartengebühren
- –
- Servicegebühr
- –
- Effektiver Vorteil je Liter
- –
Die Berechnung ist eine Schätzung auf Basis Ihrer Eingaben und ersetzt kein Angebot. Die tatsächlichen Konditionen hängen von Abnahmemenge, Bonität und Verhandlung ab.
Häufige Fragen zur LKW-Tankkarte
Die reine Kartengebühr liegt meist zwischen 0 und 5 Euro pro Karte und Monat. Transportunternehmen mit hohem Dieselvolumen erhalten die Karte häufig gebührenfrei. Zusätzlich fällt bei vielen Anbietern eine Servicegebühr als Prozentsatz des Kraftstoffumsatzes an sowie Provisionen auf Maut und Zusatzleistungen.
Das hängt vom Einsatzprofil ab. Für rein nationale Verkehre auf festen Relationen kann eine markengebundene Karte mit gutem Autobahnnetz ausreichen. Für internationale Verkehre sind markenübergreifende Karten mit Maut-Abwicklung und Steuerrückerstattung in der Regel die bessere Wahl.
Ja, aber meist zu eingeschränkten Konditionen. Ohne Bonitätshistorie verlangen Anbieter häufig eine Kaution, eine Vorauszahlung oder setzen einen niedrigen Kreditrahmen. Nach einigen Monaten störungsfreier Zahlung lassen sich die Konditionen nachverhandeln.
Bei den meisten großen Anbietern ja, in zahlreichen europäischen Ländern. Dafür wird in der Regel eine Provision auf den Mautbetrag erhoben.
Ja, AdBlue gehört bei praktisch allen LKW-tauglichen Karten zum freigeschalteten Sortiment – sowohl an der Zapfsäule als auch als Gebinde.
Karten lassen sich über eine Servicehotline oder das Online-Portal rund um die Uhr sperren. Da jede Transaktion eine PIN erfordert, ist das Missbrauchsrisiko begrenzt. Melden Sie den Verlust trotzdem umgehend.
Üblich sind unbefristete Verträge mit Kündigungsfristen von einem bis drei Monaten. Prüfen Sie, ob Mindestabnahmemengen vereinbart werden – diese können bei Auftragsrückgang teuer werden.
Weiterführende Informationen
- Aktuelle Autobahnbaustellen in Deutschland – Umwege kosten Diesel. Planen Sie Ihre Touren um die aktuellen Baustellen herum.
- LKW-Maut Rechner – Mautkosten für Ihre Strecke berechnen.
- Rastanlagen mit Live-Verfügbarkeit – freie LKW-Stellplätze entlang Ihrer Route.
- LKW-Fahrverbote – Sonn-, Feiertags- und Ferienregelungen im Überblick.
- Speditionen-Übersicht
Transparenzhinweis: Diese Seite enthält Empfehlungslinks. Wenn Sie über einen dieser Links einen Vertrag abschließen, erhalten wir eine Provision vom Anbieter. Für Sie entstehen dadurch keine Mehrkosten. Die Auswahl und Bewertung der Anbieter erfolgt davon unabhängig. Alle Angaben zu Konditionen und Netzgrößen beruhen auf Herstellerangaben und werden regelmäßig geprüft, sind jedoch ohne Gewähr. Stand: 07/2026.


